Zurück in Nienburg Sep./Okt.


22.09.
Es gibt da ein Haus, das für uns passt. Es liegt in Ommel und hat genug Zimmer um Gäste zu beherbergen und ein Nebengebäude, das mein Atelier werden könnte.

24.09.
Heute ist G.s Vernissage im Kunstverein Braunschweig. Sein großer Tag, jetzt ist seine Studentenzeit vorbei und K. hat ihre Doktorarbeit in Jena abgegeben. Bedeutungsvolle Tage! Wir sehen unsere Liebsten, ohne von uns zu erzählen. Stattdessen laden wir sie nach Nienburg ein.

28.09.
Die erwachsenen Kinder sind da. Wir erzählen endlich von unseren Plänen. Ich glaube sie freuen sich, wenn es uns gut geht. Und Aeroe ist bestimmt ein gutes Ziel für einen längeren Besuch.

03.10.
Nach und nach spreche ich mit meinen Freundinnen, Freunden und Geschwistern über unsere Pläne. Jede reagiert etwas anders. Manchmal ist es richtig schwer und tut doll weh. Nach jedem Gespräch werde ich deutlicher und sicherer in meiner Erzählung. Als würde es durch das erzählen erst wahr. Fast unmerklich sind die Zweifel heute dahin. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Finanziell ist es möglich. Details müssen noch geklärt werden, aber wie wir die Details entscheiden, sie verändern nichts mehr grundsätzlich. Der Entschluss hat sich eingewurzelt. Die Gespräche, Eröffnungen setzte ich fort in den nächsten Tagen und Wochen. Nicht zu viele auf einmal!

05.10.
Die Maklerin war da und hat das Haus inspiziert. Jetzt wird es ernst. Jetzt ist es raus. Jetzt ist es kein Hirngespinst mehr. Bald lebt eine andere Familie in diesem Haus. Hoffentlich mit Kindern, die hier heranwachsen, das wäre schön. So wie wir damals. Die Lage zwischen allen Schulen ist doch optimal.

06.10
Heute Vormittag sind wir zu Fuß (!) zur Maklerin gegangen. Heute wurde der Preis festgelegt, der viel höher ist, als ich dachte. Ich bin davon noch etwas geplättet, aber es ist ja gut für uns. Der Immobilen Markt läuft zurzeit so gut, dass die Preise im letzten Halbjahr noch einmal kräftig gestiegen sind. Alle Unterlagen sind schon zusammengetragen, oder werden noch besorgt. Dann schreibt die Maklerin ein Exposee. Nachdem wir den Vertrag unterschrieben haben ist es jetzt alles amtlich geht in Riesenschritten voran. Am kommenden Montag kommt eine Mitarbeiterin aus dem Maklerbüro und macht ein Fotoshooting. Bis dahin werde ich noch ein paar Schmuddelecken aufräumen.

Ein bisschen Wehmut kommt schon auf. Ach wie gemütlich, all die kleinen Lädchen hier und die Leute, die ich grüßen kann. Aber es wartet ein Haus am Meer!

Heute Abend gehe ich zum Chor. Seit ich gestern S. schrieb, dass unser Haus zu haben ist, ist es aus der Flasche. Da bin ich lieber selbst dabei, wenn darüber gesprochen wird. Außerdem muss T. mir noch einen ausgeben! U. holte mich ab.

07.10.
Freitagvormittag werden wir in Ommel sein, wir haben einen Termin mit dem Makler dort bekommen. Das heißt Koffer packen. Morgen früh los, die Fähre am Freitagmorgen erwischen. Mittags sehen wir J. in der Werkstatt, nun weiß er es auch. G. habe ich angerufen, sie hat sich einfach toll gefreut für uns, das war schön. Heute Abend habe ich mit einer Buddel Sekt meinen Abschied in der GalerieN genommen. Betretenes Schweigen und ungläubiges Staunen. Jetzt bin ich völlig erledigt, muss aber noch ein paar Sachen zusammenpacken für die Reise. Da kommt auch noch ein Auftrag reingeschneit und Singulart hat sich gemeldet – Hilfe, ich kann nicht mehr. Aber ich freu mich auf Aeroe