Hausbesichtigung in Ommel 11./12.Okt.

Sonntag, 11.10.2020
Seit Freitag sind wir wieder auf Ærø.
Am Freitagmittag haben wir das Haus das erste Mal besichtigt. Es ist ein Haus aus den 70er Jahren. Ein typisches dänisches Haus aus dieser Zeit. Es ist ebenerdig, hat gelbe Klinker und Sprossenfenster mit querformatigen Abteilungen. Jeder Blick aus dem Fenster ein Bild im Landschaftsformat! Es hat flache Dachziegel mit Asbest. Das hat uns doch ziemlich geschockt, mich jedenfalls. Wenn es nicht angerührt wird, ist es kein Problem, heißt es ja. Trotzdem eigentlich ein no-go… Das Haus wurde vor zwei Jahren gründlich renoviert. Neue Fenster, neue Fußböden, Fußbodenheizung in den Bädern, Einbauküche, Kamin, Teppich- und Laminatfußböden (auch nicht gerade mein Traum). Der Garten ist wunderschön aber vernachlässigt. Mit anderen Worten, er könnte schön werden. Eine herbe Enttäuschung war die Garage, die mein Arbeitsraum werden soll. Das etwas daran gemacht werden müsste, war mir schon klar, aber sie ist zu niedrig. Heute geht es um die große Frage, kann die Garage so umgebaut werden, dass sie ganzjährig mein Arbeitsplatz sein kann, oder würde das zu teuer werden. Und was ist zu teuer und wer kann uns sagen, was das kostet?
Mittags sind wir nochmal mit dem Makler verabredet. Wenn es super läuft, werden wir nach dieser Verabredung das Haus reserviert haben. Ich hoffe sehr, dass wir das komplette Haus und den Garten noch einmal sehen dürfen. Wenn es schlecht läuft, fangen wir noch einmal ganz von vorne an. Obwohl alles sehr schnell gegangen ist, kann ich mir das schon nicht mehr vorstellen. Habe ich mich schon entschieden?
Es wird also wieder sehr spannend werden. Heute dämmert mir, was da auf uns zu rollt. Ich habe im Moment keinen Überblick! Vielleicht gewinne ich den ja wieder und hoffe vor allem auf freundliche Hilfe. Alle extrem entspannt und zugewandt hier auf Ærø.
Heute Nachmittag geht es noch zur ersten Vernissage von I. hier auf der Insel. Das social life hat schon begonnen!

Montag, 12.10.20
Zehn Uhr Termin im Rathaus bei Joan. Sie ist die Beauftragte für Bosætning.
Eine sehr freundliche und natürliche Frau. Wir saßen wie Freunde beieinander. Sicher kommt das auch von der unkomplizierten Umgangsform per Du. Ich mag das. Sie hilft uns sehr, fragt noch einmal, warum wir nach Ærø kommen wollen. Als Einheimische findet sie es hier offensichtlich nicht so spannend!

Für mich gibt es auch immer noch die Möglichkeit meinen ersten Wohnsitz in Deutschland zu behalten. Dann kann ich am Stück drei Monate in Dänemark bleiben. Ausreisen und wieder einreisen. Vorteile: in Deutschland sozialversichert, wenn ich in der KSK bleibe, keine Auto-Import. Wir könnten den Bus behalten.
Nachteile: keine Einwohnerin auf Ærø, keine dänische Krankenversicherung, kein Zugang zu den offiziellen Sprachkursen, keine Ø-Kart, Integrationsprobleme? Es fühlt sich jedenfalls falsch an.

Joan will für uns noch verschiedene Fragen klären. Ganz wichtig ist die Frage, ob es in Dänemark etwas mit der KSK Vergleichbares gibt. Wir hatten noch viele Fragen, die eigentlich eher ein Steuerberater beantworten muss.
Mittags treffen wir uns noch Mal am Haus diesmal mit dem Makler und dem Tischler Erik. Wir sprechen in drei Sprachen über meinen zukünftigen Arbeitsraum. Tatsächlich muss das Dach neu konstruiert werden um eine größere Höhe zu erreichen und die waagerechten Balken rausnehmen zu können. Mir wird ganz angst und bange, weil sich das sehr aufwändig und damit teuer anhört. Wie erwartet braucht Erik ein paar Tage um ein Angebot zu machen. Wir entscheiden also doch nicht heute, sondern müssen noch ein paar Tage warten. Jørgen der Makler glaubt uns aber inzwischen, dass wir interessiert sind und verspricht andere Interessenten fernzuhalten. Ob es wohl überhaupt welche gibt? Gut möglich, das Interesse ist zurzeit groß, es sind Herbstferien und die Leute haben Zeit. Corona zieht auch an… Es bleibt also weiter spannend.
Es ist ein milder Tag heute, besonders schön nach dem Sturm.
Am Nachmittag Abschied von I. Sie freut sich auf uns. Das ist sehr gut und wichtig zu hören. Mit der 5 Uhr Fähre verlassen wir die Insel.